Mittwoch, 9. Mai 2018

CBD Öl - Ein Selbsttest Teil 1

Foto: Yvonne Reip

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Vor gut einem Monat erhielt ich eine Email mit der Anfrage, ob ich daran interessiert sei, CBD Öl zu testen und in meinem Blog eine Rezension darüber zu schreiben. Da ich schon häufiger davon gehört hatte, dass diese pflanzlichen Tropfen bei Depressionen und Ängsten helfen können, willigte ich ein. Zweieinhalb Wochen später kam das konstenlose Probepaket von BioCBD an. Darin enthalten war CBD Öl mit 5% Cannabidiol, CBD Öl für Haustiere, Hanftee und eine kleine Dose mit Hanfsalbe.

Was Cannabidiol genau ist und wie es wirkt, könnt ihr auf dem Blog von BioCBD nachlesen. Es handelt sich auf jeden Fall nicht um die berauschende Substanz THC. Letztere ist illegal und für den medizinischen Bedarf nur schwer zu bekommen. CBD Öl hat einen positiven Effekt auf die Psyche, ohne zu betäuben, und ist mit weniger als 0,2% THC legal und freiverkäuflich. Genaueres findet ihr auf dem CBD Ratgeber. Interessant finde ich auch die schmerzlindernde Wirkung.

Da unsere Katze im Dezember damit anfing, sich das Fell an Bauch und Beinen rauszureißen, und die Tierärztin nichts finden konnte, mussten wir davon ausgehen, dass unser Minitiger gestresst ist. Wovon auch immer. Ich habe alles Mögliche versucht und hoffte auf das CBD Öl für Tiere. Leider muss ich sagen, dass unsere Diva ihr Futter mit den Tropfen nicht anrührte. Dieses Tier ist medizinisch einfach nicht zu versorgen. Und futtermäkelig. Heute Lieblingsfutter, morgen Dreck. Es ist zum Verzweifeln. Selbst auf Leckerlis geträufelt wollte sie es nicht fressen. Es riecht wohl zu stark. Also kann ich für Tiere leider keine Rezension abgeben. Haben wir jetzt halt ne Halbnacktkatze.

Der Tee hat keinen starken Geschmack und wirkt ähnlich entspannend wie Melissentee vor dem Schlafengehen. Die Hanfsalbe auf Kokosölbasis mit Lorbeer-, Zedern- und Immortelleöl riecht sehr angenehm ätherisch und hat den sonnenbedingten Juckreiz meiner Haut gelindert.

Das CBD Öl hat einen äußerst gewöhnungsbedürftigen Geschmack, scharf und bitter. Es brennt anfangs ein wenig im Hals. Nach ein paar Tagen störte mich das nicht mehr. Da ich etwas unsicher wegen der Dosierung war, habe ich zu Beginn nur zweimal 2 Tropfen genommen und später auf zweimal 3 Tropfen erhöht. Diese Dosis eignet sich jedoch nur zur Vorbeugung. Bei Schmerzen und Erkrankung kann man bis zu 20 Tropfen am Tag nehmen. Trotzdem konnte ich feststellen, dass ich tiefer schlafe. Würde mich die nervige Birkenpollenallergie nicht wecken, würde ich sicher auch durchschlafen. Tagsüber machen die Tropfen nicht müde. Eine deutliche angstlösende und stimmungsaufhellende Wirkung ist mir bisher nicht aufgefallen. Allerdings haben sich die Stimmungsschwankungen etwas ausgependelt. Auch meinem Mann ist aufgefallen, dass ich ausgeglichener wirke. Ein durch Trigger ausgelöstes Tief hat nun 3 Tage gedauert und klingt langsam wieder ab. Ich werde nun auf dreimal 5 Tropfen erhöhen und zu einem späteren Zeitpunkt erneut berichten.

Diese Informationen stellen keine medizinische Beratung dar und können einen ärztlichen Rat nicht ersetzen.

Freitag, 4. Mai 2018

Dhysthymie: Die unsichtbare Eisenkugel am Bein

Foto: Yvonne Reip
Ich hatte nie eine schwere depressive Episode und musste keine Medikamente nehmen. Die mittelgradigen haben mir, ehrlich gesagt, auch gereicht. Ich kam zwar aus dem Bett, habe es geschafft, etwas zu essen - wenn auch ohne Appetit - , und mich sogar geduscht, aber ansonsten saß ich auf dem Sofa und starrte den Couchtisch an. Ohne ihn wirklich zu sehen.

Dhysthymie - die chronische depressive Verstimmung leichten Grades oder auch depressive Neurose genannt. Klingt gar nicht so schlimm. "Damit kann man gut leben", wurde mir gesagt. Definiere gut! Das ist ein dehnbarer Begriff. Ja, man kann damit leben. Manchmal sogar "gut", also fast so, als wäre nichts.

Und trotzdem ist da diese unsichtbare Eisenkugel am Bein, die man immer und überall mit sich herumschleppt. Gerade noch leicht genug, dass man vorwärts kommt, aber doch so schwer, dass von leicht eben keine Rede sein kann.

Ja, ich kann Freudensprünge machen. Aber nur so hoch, wie die Kette es erlaubt. Ich kann gehen und laufen, aber nicht so schnell. Und ich brauche Pausen, weil ich schneller außer Atem bin. Es ist nämlich anstrengend, so eine Eisenkugel mit sich herumzuschleppen. Mit jedem Schritt.

Wenn mir auf meinem Lebensweg Hindernisse begegnen, freue ich mich nicht über die Gelegenheit, an dieser Herausforderung zu wachsen. Ich kann nicht grazil wie eine Gazelle darüber hinwegschweben. Ich muss die Eisenkugel hochheben und mühsam hinüberklettern. Manchmal verkeilt sich das blöde Ding dabei. Dann brauche ich meine ganze Kraft, es freizuschaufeln. Inklusive Nervenzusammenbrüche, weil sich einfach nichts bewegt. Danach bin ich platt. Nicht stolz sondern platt.

"Nicht immer gleich die Flinte ins Korn werfen", "mehr Biss", "Du hältst auch nichts aus"... Wenn ihr wüsstet, was ich alles aushalte und wieviel Biss ich habe! Macht ihr das mal mit so einer Eisenkugel am Bein!

Mit der Zeit setzt die Seele ein paar Muskeln an, um die Eisenkugel besser stemmen und ziehen zu können. Aber auch das hat seine Grenzen. Ich kann damit leben und Herausforderungen meistern. Aber eben nicht so schnell, souverän und ohne Pausen. Bei allem, was schnell gehen muss, bleib ich auf der Strecke. Bei höher und weiter komme ich nicht mehr mit. Ich muss meine Kräfte einteilen. Dauerhaft. Sonst schleicht die nächste mittelgradige Episode um die Ecke. Das ist keine Faulheit oder fehlender Biss und auch keine Vermeidungsstrategie, das ist Selbstfürsorge.

Was ihr abgesehen von diesem ständigen Ballast aber auch nicht sehen könnt, ist die schicke Deko, mit der ich meine Eisenkugel gelegentlich schmücke. Lichterkette an Weihnachten, Gänseblümchen im Sommer... Manchmal steht auch nur der Aschenbecher drauf.

Freitag, 6. April 2018

Frühlingsdepression Teil 4 - Es funktioniert!

Foto: Yvonne Reip
Spoiler vorweg: Ich bin noch nie so gut durch den Frühling gekommen wie dieses Jahr. Abgesehen von der Erkältung, die mich eine Woche lang gebremst hat und auf die ein paar Tage Frühlingsblues folgten, scheint mein Supplement-Programm zu wirken.

Diesmal habe ich mich konsequent an den Plan gehalten und rechtzeitig mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln begonnen. Also ungefähr im Dezember. Da es mich genervt hat, so viele Pillen zu schlucken, konnte ich zumindest für die Vitamine D3 und K2 auf Tropfen umsteigen. Beide Vitamine sollte man zusammen nehmen, da sie sich in der Wirkung gegenseitig unterstützen. Ich wollte das mal ausprobieren, obwohl ich zuerst befürchtete, am Ende irgendwie alles nehmen zu müssen. Schließlich wirken alle Nährstoffe gemeinsam im Körper. Doch scheint es in diesem Fall Sinn zu machen. Von den D3 Tabletten, die ich letztes Jahr genommen habe, spürte ich nicht wirklich etwas. Dieses Frühjahr hatte ich tatsächlich mehr Energie.

Das Vitamin B12 nehme ich in Form von Lutschtabletten alle 2 Tage, weil ich kein Fleisch esse.

Auch Magnesium kann im Falle eines Mangels zu depressiver Verstimmung führen. Da ich hashimotobedingt oft mit Muskelverspannungen und Schmerzen zu tun habe, nehme ich es kurweise in Form von Glycinat und Malat. Magnesiumglycinat ist an die Aminosäure Glycin gebunden, welche die Schleimhäute der Verdauungsorgane schützt und für eine hohe Resorption sorgt. Somit ist dieses Magnesium am besten verträglich und wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem, wo es für Entspannung und einen guten Schlaf sorgt. Malate sind Apfelsäuresalze, die in der Verbindung mit Magnesium gut vom Körper aufgespalten werden können, sich gegenseitig in der Wirkung unterstützen und für die Energieversorgung der Zellen zuständig sind. Magnesiummalat wird bei Erschöpfung und Schmerzen (auch bei Fibromyalgie) empfohlen. Somit verhilft mir das Magnesium-Glycinat-Malat zu einem erholsameren Schlaf (was ich bestätigen kann), aktiviert die Energie und lindert Muskelschmerzen. Ich bin zwar nicht völlig schmerzfrei, aber es war schon deutlich schlimmer. Das Yoga, das ich seit Anfang des Jahres mache, trägt sicher auch seinen Teil dazu bei.

Auf Zink bin ich erst später gekommen, weil ich gelesen habe, dass Menschen mit einer psychischen Krankheit mehr davon brauchen (ebenso von Vit B12 und Magnesium). Da ich ohnehin mit Hautproblemen kämpfte, die ich erfolglos mit Zinksalbe zu behandeln versuchte, dachte ich mir, dass es vielleicht besser sei, es in Form von Tabletten zu schlucken. Zink ist an sehr vielen körperlichen Prozessen beteiligt. Es ist wichtig für das Immunsystem und die Energieproduktion, unterstützt die Wundheilung, wird zur Bildung von Schilddrüsen- und Sexualhormonen benötigt und fördert den Muskelaufbau. Außerdem lindert es Entzündungen. Der Körper kann Zink nicht selber bilden und ist deshalb auf die Zufuhr von außen angewiesen. Gesunde Menschen müssen es wohl nicht unbedingt supplementieren. Da ich aber Hashimoto habe, halte ich es für eine gute Idee, zumal es Menschen mit einer chronischen autoimmunen Krankheit sowie Vegetariern empfohlen wird. Oh, und ganz vergessen: Zink lindert auch Allergien und Asthma! Tatsächlich sind meine Symptome besser geworden, auch wenn der endlich einsetzende Frühling diese Freude im Moment wieder ein wenig trübt. Keine Ahnung, was gerade durch die Luft fliegt.

Obwohl der Januar und der Februar eine schwere Zeit für Depressive waren, was auch ich zu spüren bekam, muss ich dennoch sagen, dass es mir dieses Jahr deutlich besser ging. Es gab zwischen den kleinen Tiefs immer wieder Tage, an denen sich meine Energie zeigte. Selbst die Zeitumstellung ging nahezu unbemerkt an mir vorbei. Normalerweise laufe ich danach eine Woche lang meinem Biorhythmus hinterher. Nur die wetterbedingte Frühjahrsmüdigkeit ließ sich nicht ganz verscheuchen. Ebenso wenig wie dieses merkwürdige Gefühl, wenn sich die Lichtverhältnisse ändern. Mein Psychiater hatte mir einmal erklärt, dass dies den Hormonhaushalt beeinflusse und es deshalb zu saisonalen Depressionen kommen könne. Den einen fällt es im Herbst schwerer, den anderen im Frühling. Es ist nicht nur, dass es länger hell ist. Dadurch dass die Sonne höher steigt, fällt das Licht anders ins Haus. Ich kann es gar nicht erklären. Es sollte mir doch eigentlich egal sein. Und doch löst es in mir eine Art Unbehagen aus, obwohl ich mich über die Rückkehr der Sonne freue. Aber diesmal dauerte dieser Lichtkoller nur wenige Tage statt mehrere Wochen.

Was mir nun genau geholfen hat, kann ich nicht sagen. Ob es ein bestimmtes Präparat war oder die Kombination von allen. Jedenfalls bin ich sehr zufrieden mit dem diesjährigen Frühling.


Edit: Ich habe noch ein paar Dinge vergessen. Erstens die atypische Blasenentzündung, die der Erkältung vorausging, sich aber ebenso mysteriös wieder in Luft aufgelöst hat. Zweitens geht es meiner Schilddrüse immer noch gut. Ich hatte kurz Herzrasen, woraufhin ich die Thyroxindosis um 6,25mcg runterschraubte. Ende. Drittens: Bei Hashimoto wird auch Selen empfohlen. Vor Jahren habe ich mal Tabletten genommen, von denen ich nichts gespürt habe. Um nicht noch ein Präparat mehr einnehmen zu müssen, führe ich mir Selen über Paranüsse zu. Eine Nuss enthält ungefähr 50mcg Selen. Der menschliche Körper braucht 55mcg davon am Tag. Es reichen also 1-2 Paranüsse am Tag. Selen kann man übrigens überdosieren. Also nicht übertreiben!

Diese Informationen stellen keine medizinische Beratung dar und können einen ärztlichen Rat nicht ersetzen.