Mittwoch, 3. Juni 2015

Mit Wut die Angst besiegen


Der Streit mit unserer Vermieterin hat mir wiedermal ein uraltes Thema serviert: ich und die verrückten Frauen in meinem Leben.

Mit verrückte Frauen meine ich Menschen weiblichen Geschlechts, die sich ihre eigene Realität geschaffen haben und meine komplett verneinen. Sie verdrehen Tatsachen, widersprechen sich selbst und verwirren mich. Sie lügen, sind mal freundlich und dann wieder gehässig und eiskalt. Sie halten sich für Heilige und mich für jemanden, der ihre angebliche Harmonie stört. Sie schaffen es, dass ich mich schlecht fühle und an meiner Wahrnehmung zweifle. Sie machen mir Angst, weil sie mich bedrohen. Sie geben mir das Gefühl, mich zerstören zu wollen. Ich entschuldige ihr Verhalten, weil ich Mitgefühl habe und glaube, tolerant sein zu müssen. Ich darf sie nicht ablehnen, denn sie können nichts dafür. Ich darf keine Grenzen setzen. Am Ende halte ich mich selbst für die Verrückte, die in einer Traumwelt lebt.

Es fällt mir immer noch schwer, so von diesen Menschen zu sprechen. Ich will niemanden verletzen oder abwerten. Aber der Umgang mit ihnen tut mir nicht gut. Genau gesagt macht er mich krank. Sie saugen mir die Energie aus wie Vampire. Mitgefühl ist in Ordnung. Es schließt Abgrenzung aber nicht aus.

Von meiner Mutter habe ich ja schon häufiger geschrieben. Sie war die erste verrückte Frau in meinem Leben. Darauf folgten ein paar Freundinnen, die sehr ähnliche Strukturen hatten. Vor 3 Jahren fühlte ich mich zum ersten Mal richtig bedroht. Ich hatte Angst, wenn das Telefon klingelte und die Tür zu öffnen. Ich ging mit Kapuze aus dem Haus. Ich wurde immer misstrauischer meinen Mitmenschen gegenüber.

Und nun will man mich aus meinem Zuhause vertreiben. Ich bekam existentielle Angst, ich könnte alles verlieren, was mir wichtig ist, und auf der Straße landen. Ich fühlte mich wieder einmal bedroht und zu Unrecht für schuldig und böse erklärt. Jeden Tag wartete ich angespannt auf einen weiteren Brief oder Anruf unserer Vermieterin. Oder ihres Anwalts. All unsere Bemühungen, uns beim Verbraucherschutz zu erkundigen und abzusichern, schienen wirkungslos, weil diese Frau einfach nichts davon annehmen wollte. Dabei sind die Gesetze eindeutig.

Irgendwann wurde ich plötzlich wütend. Was zum Henker fällt all diesen Leuten ein, mich zu bedrohen und mir Angst zu machen? Woher nehmen die sich das Recht dazu? Ich bin verdammt nochmal kein Prügelknabe! Ich weiß nicht, was diese Menschen genau für Probleme haben, aber mit mir hat das nichts zu tun, und ich nehme es nicht mehr an. Ich will keine Projektionsfläche mehr bieten. Mit Hilfe meiner Wut fühle ich mich wieder stärker und habe keine Angst mehr. Ich fühle mich nicht hilflos ausgeliefert sondern selbstwirksam. Ich gestalte mein Leben.

Natürlich passieren doofe Dinge. Das gehört zum Leben (leider) dazu. Ich kann nicht alles beeinflussen. Aber scheinbar habe ich immer geglaubt, ich könne gar nichts beeinflussen. Das hat sich deutlich verändert. Ich habe noch etwas Sorge, dass wir nicht die passende Bleibe finden und uns mit weniger zufrieden geben müssen, weil wir nicht so viel Geld haben. Dann fällt mir wieder auf, dass ich wohl glaube, es nicht wert zu sein. Noch ein Ansatzpunkt. Laut Gesetz der Anziehung laden wir das in unser Leben ein, von dem wir glauben, dass wir es verdient haben. Unsere Katze ist davon überzeugt, dass sie ein Schloss verdient. Daran nehme ich mir jetzt ein Beispiel.

Bild: Pixabay

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