Freitag, 12. September 2014

Selbstwertgefühl stärken - aber wie?

Nach der im letzten Post beschriebenen Situation habe ich mich eingehend mit den Themen Mobbing und "Warum ist es mir so wichtig, was andere von mir denken?" auseinandergesetzt. Schon als Kind war ich das perfekte Mobbingopfer. Es gibt zwar Tipps, wie man sich dagegen wehren kann. Mir wäre aber lieber, dass es gar nicht erst soweit kommt.

Die Wurzel allen Übels ist zu geringes Selbstwertgefühl. Was für eine Überraschung! Irgendwo habe ich gelesen - und ich weiß leider nicht mehr, wie es genau ausgedrückt war - dass Depression eine Störung des Selbstwerts ist. Wenn ich mir selbst keinen Wert geben kann, bin ich auf die Beurteilung meiner Mitmenschen angewiesen. Weil ich Minderwertigkeitsgefühle ausstrahle, nutzen mich andere, die sich genauso fühlen, als Blitzableiter und Projektionsfläche. Denn tatsächlich haben Mobber genauso wenig Selbstwertgefühl. Sie gehen nur anders damit um, nämlich indem sie potentielle Opfer runtermachen, um sich selbst aufzuwerten. In meinen Augen ein ekliger Charakterzug. Was den Tätern möglicherweise im Vergleich zu ihren Opfern fehlen könnte, ist Empathie. Interessanterweise halten sich die Täter gern selbst für Opfer und drehen die Situation zu ihren Gunsten. Was für eine kranke Sch...!

Wenn es mir egal werden soll, was andere von mir denken, muss ich also mein Selbstwertgefühl steigern. Hm, ja. Wie macht man das? Zumal ich nicht gleich wieder als narzisstisch gelten will und Narzissten ein übersteigertes Selbstbewusstsein auch nur vortäuschen - den anderen und sich selbst gleichermaßen.

Es wird immer wieder gesagt, dass man sich bewusst machen soll, was man alles geschafft hat. Perfektionismus ablegen und mal Fünfe gerade sein lassen ist sicherlich auch hilfreich. Besonders wichtig ist es wohl, den inneren Kritiker oder Richter, der uns als Kind eingepflanzt wurde, zu zähmen. Und ja, ich mache Fehler. Manchmal versage ich auf ganzer Linie. Wer tut das nicht? Ich bin nicht besser als die anderen, und die anderen sind nicht besser als ich.

So ein Selbstwertgefühl lässt sich nicht innerhalb kürzester Zeit aufbauen. Es wurde ja auch über Jahre hinweg von Geburt an untergraben. Da hilft nur üben und mir immer wieder sagen: Ich bin in Ordnung, so wie ich bin! Ich bin genug, und ich bin liebenswert!

Kommentare:

  1. Hey du,
    ein toller und wahrer Post! Mangelnder Selbstwert ist bestimmt nicht gleichzusetzen damit, dass man depressiv wird, aber die Kombination kommt wirklich gehäuft vor und so wie du es beschreibst kann einem die Logik auch nicht entgehen. Ich bin selber auf der Suche nach dem verlorenen (?) oder nie gehabten (?) Selbstwert. ich wälze Bücher, aber ich denke ohne Therapie und stetiges, lebenslanges Üben ist man immer wieder so leicht dadrin. Bei mir hat es sich zu Selbsthass ausgewachsen und ich wünsche jedem, dass er das nicht erleben muss. Wenn ich ein gutes Buch mit tollen Tipps entdecke schreibe ich darüber und geb dir auch gern Bescheid;-) Lg Krankeschwester

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  2. Danke, Anregungen sind immer willkommen! Selbsthass kenne ich auch, das ist wirklich eins der schrecklichsten Gefühle. Und ja, es ist ein lebenslanges Üben.

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