Dienstag, 1. April 2014

Meine derzeitige Situation

Heute will ich mal ganz aktuell von mir berichten, statt mir über ein bestimmtes Thema schlaue Gedanken zu machen. In letzter Zeit schreibe ich nicht so häufig, weil in meinem Kopf und in meinem Körper Chaos herrscht.

Seit ein paar Monaten bin ich hauptsächlich damit beschäftigt, gesundheitliche Brandherde zu löschen. Kaum habe ich ein Symptom beseitigt, kündigt sich das nächste an. Parallel dazu laufen heftige psychische Prozesse ab. Mir wächst gerade alles über den Kopf. Ich bin wahnsinnig müde und kriege kaum etwas gebacken. Aus Staubsaugen wird Sahara kehren. Ich fühle mich kraftlos und verloren in der Welt.

Frühling war nie meine Zeit. Obwohl ich mich über das schöne Wetter freue und es genießen kann, in der Sonne zu sitzen. Es erscheint auf den ersten Blick unlogisch, dass es mir im Frühling schlechter geht. Bei näherer Betrachtung ist es aber völlig klar. Alles blüht auf und erwacht zu neuem Leben. Die längeren Tage erlauben mehr Aktivität und regen zu Geselligkeit an. Frühling ist pure Lebensfreude. Nicht gerade das Lieblingsthema für Depressive. Außerdem beeinflussen die veränderten Lichtverhältnisse den Hormonstoffwechsel. Da können durchaus psychische Krisen ausgelöst werden.

Letzten Herbst habe ich mich an einen Sozialdienst gewand zwecks beruflicher Wiedereingliederung. Obwohl mir dort viel Empathie entgegen gebracht wurde und man mich nie unter Druck setzte, haben mich die Gespräche jedesmal sehr aufgewühlt. Vor 2 Wochen habe ich einen Interessentest gemacht. Der hat mich dermaßen getriggert, dass ich 3 Tage lang neben mir stand. Diese Reaktion hat mich selbst überrascht und erschrocken. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es einfach noch zu früh ist. Das Thema Beruf und Arbeit ist nach wie vor sehr angstbesetzt und ruft sämtliche Widerstände und Aggressionen in mir wach. Auch wenn ich mit der Entscheidung, diese Angelegenheit erstmal auf Eis zu legen, zufrieden bin und sie für sinnvoll halte, macht es mich traurig. Es fällt mir schwer einzusehen, dass gewisse Dinge noch nicht gehen. Ich fühle mich schuldig deswegen und frage mich, ob ich mich nicht genug angestrengt habe, mich zu überwinden.

Hinzu kommt das Thema Weiblichkeit und Frausein und alles, was damit zusammenhängt. Nicht umsonst habe ich oft Unterleibsbeschwerden. Ich frage mich, was mein Körper mir mitteilen will.

Menschenkontakt erlebe ich zur Zeit als besonders anstrengend. Ich kann mich einfach nicht vertrauensvoll fallen lassen. Ständig befürchte ich eine Katastrophe. Ich fühle mich komplett hautlos und sehne mich gerade nach ganz viel Wärme und Schutz. Im Moment weiß ich gar nicht, was ich sagen soll, wenn man mich fragt, wie es mir geht. Ich will niemanden volljammern und würde lieber etwas Positives erzählen. Da müsste ich jetzt aber was erfinden. Das ist mir dann auch zu blöd. Ich habe das Gefühl, mich immer mehr von den "normalen" Menschen zu entfernen.

Kommentare:

  1. Hallo, es tut mir leid zu lesen, wie schlecht es dir geht und dass gerade die Dinge, die in anderen Menschen besondere Freude hervorrufen, bei dir besonders peinbesetzt sind. Weiß ansonsten nicht wirklich, was ich dir da lassen kann - man sagt ja, Menschen mit Depressionen wollen keine Tipps. Vielleicht einfach, dass es so, wie du es machst, schon gut ist, und dass kein Mensch (und keine Institution) das Recht hat, dir zu sagen, ob und wann du "genug getan" hast.

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    1. Vielen Dank! Aufbauende Worte sind immer willkommen!

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