Mittwoch, 23. Oktober 2013

Die ewige Suche nach dem Sinn


Seit anderthalb Wochen bin ich wiedermal auf lustige Talfahrt. Ich somatisiere vor mich hin und kriege nichts gebacken. Im Innern rattert es gewaltig zu den Themen Bewegungsunfähigkeit und was mich abgesehen von meinem Beruf noch ausmacht. Diesbezüglich stehe ich vor einem gähnenden Loch.

Wenn in mir alles so durcheinander wirbelt, taucht wieder die alte Frage nach dem Sinn auf. Schon im Jugendalter habe ich mich damit eindringlich beschäftigt, aber bis heute keine Antwort gefunden. Ein ehemaliger Kollege sagte mir, ich müsse meinem Leben selbst einen Sinn geben. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Es geht auch nicht nur um den Sinn meines eigenen Daseins, sondern um den Sinn von alledem überhaupt. Klingt nach teeniehaftem Weltschmerz. Und ich komme mir wie ein undankbares Balg vor. Es fällt mir im Moment sehr schwer, liebevoll mit mir selbst umzugehen.

Als Kind stand ich Anforderungen gegenüber, die viel zu groß für mich waren, so dass ich nur an ihnen scheitern konnte. Meine Leistungen fanden kein besonderes Interesse. Ich selbst habe einen Perfektionismus entwickelt und kann es mir daher auch nicht recht machen. Warum sollte ich noch irgend etwas leisten wollen? Ich komme mir so unzulänglich vor. Ich habe den Wahnsinn in meinem Elternhaus überlebt, bin danach wie ein geköpftes Huhn noch eine Weile mit den letzten Nerven herumgelaufen und nun endgültig zusammengebrochen. Ich bemühe mich, wieder auf die Beine zu kommen mittels Therapie und Selbstmotivation. Aber irgendwie scheine ich mich im Kreis zu drehen. Wozu habe ich überlebt? Um mir anzuhören, dass ich jetzt als Erwachsene lernen soll, meinem inneren Kind das selbst zu geben, was ich damals nicht bekommen habe? Scheiße find ich das! Und was ist mit all den angstmachenden Erlebnissen, die heute noch Einfluss auf mein Denken, Handeln und Fühlen haben?

Wieder einmal stelle ich mir die Frage, ob ich übertreibe, warum es mir so geht und ob mir noch zu helfen ist, falls ich denn wirklich Hilfe wünsche. Irgendwie erreicht mich nichts. Auch wenn ich durchaus die schönen Dinge im Leben sehen und genießen kann. Den Geruch von Katzenpfoten, die durch Gras und Erde gelaufen sind zum Beispiel. Aber diese kleinen Augenblicke können der lähmenden Verzweiflung nicht dauerhaft entgegenwirken. Ich würde gerne etwas Positives schreiben. Etwas, das Mut macht und anderen ein wenig Linderung verschafft. Geht gerade leider nicht. Keine Ahnung, woher ich letzten Endes immer wieder die Hoffnung schöpfe. Jedenfalls weiß ich, dass auch diese Talfahrt ein Ende nehmen wird.

Falls jemand meinen Lebenssinn finden sollte, bitte melden! Wahrscheinlich besäuft der sich gerade mit meiner Zukunftsperspektive.

Bild: Pixabay

Kommentare:

  1. Vielleicht besteht der Sinn des Lebens für dich erstmal darin jeden Tag als einzelnen zu sehen und jeden einzelnen Tag gut zu leben."Das Leben ist das was geschieht,während du eifrig Pläne machst."

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  2. Solche Beiträge können zeitlosen Charakter haben. Zumindest könnte ich mir vorstellen, wenn Interesse besteht, deinen Beitrag "manuell zur rebloggen", d.h. in einem "Gruppen"-Blog einstellen, der sich genau mit diesem Thema - den Sinn des Lebens - beschäftigt.
    Es werden dort Beiträge gesammelt und evtl. kommt es auch einmal zu einer abschließenden Printversion, möglicherweise einem gedruckten Werk (in Essayform).
    Die Adresse zum Querlesen wäre:
    Sinnbuchprojekt

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    1. Hallo, Alexander!

      Leider führt mich der Link nicht zum Ziel. Aber das klingt sehr interessant, und ich wäre gerne dabei!

      Liebe Grüße
      Yvonne

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    2. Sorry, da habe ich mich vercopypasted ;-) Aber du hast es ja gefunden, und mich auch auf G+ ;-)
      Hier ist der "Re-Blog":
      https://sinnbuch.wordpress.com/2016/06/03/reblogged-die-ewige-suche-nach-dem-sinn

      Vielen lieben Dank nochmal.

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